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Die Schwere der Welt – Der Globus als haptisches Korrelat
In der »Weltkugel« manifestiert sich das Paradoxon der Postdigitalität: Während unsere Weltbilder zunehmend durch fluide Datenströme und die Schwerelosigkeit des Digitalen geprägt sind, wird der Virtualität die unnachgiebige Masse des Granits entgegengesetzt. Die Arbeitsspuren geben der Granitkugel eine reliefartige Oberfläche, verzichten aber auf kartografische Details, wodurch »die Erdkugel« auf ihre reine physische Masse und die geologische Beschaffenheit, als das am häufigsten vorkommende Material der Erdkruste, reduziert wird, um die Geschichte der Welt zu re-materialisieren. Der Standfuß wirkt dabei wie ein technologisches Interface, das den archaischen Stein in die Gegenwart holt. Die Transformation des Granits von einem profanen Baumaterial zurück in ein Objekt kontemplativer Wertschätzung. In der Tradition der Object-trouvé-Ästhetik hinterfragt dieser Globus die Beständigkeit unserer globalen Verortung: Er ist ein analoges Mahnmal in einer ephemeren Zeit.